Infection
Eröffnung: 26/3/2010, 18 Uhr
27/3 – 18/4/2010
Mittwoch bis Sonntag 18-21 Uhr
Künstlerhaus k/haus Passagegalerie
Infection ist eine audio-visuelle Installation die sich mit einem bestimmten Ort verbindet um seine räumlichen und zeitlichen Eigenschaften zu verändern. In Anlehnung an Umberto Ecos Text „Das Foucaultsche Pendel“ erzählt die Arbeit nicht nur von einem Ort in ständiger Bewegung, sondern etabliert auch eine visuelle und akustische Form von Raum die das Ergebnis unserer Imagination ist. Hinter jeder Wand liegt ein anderer Ort, geschaffen von unserer Vorstellungskraft oder lebendig durch unsere Erinnerung. All diesen Orten – ob es sich nun dabei um virtuelle oder reale, imaginäre oder wirkliche Räume handelt – ist eine Qualität des „Konstruierten“ gemeinsam. Daher bezieht sich unsere – räumliche – Vorstellungskraft auf die unterschiedlichen Qualitäten von Dimensionalität und unterliegt einem fortwährenden Prozess der Demontage und Rekonfiguration.
Infection spielt mit der Flüchtigkeit des Realen und des Imaginären indem sie zwei visuelle Ebenen gegenüberstellt die den aktuellen Ort von beiden Seiten des Spektrums her langsam auflösen. Während sich der Blick nach draußen im Laufe der Zeit von einer Geometrie des Realen in eine abstraktere Form verwandelt, legt die gegenüberliegende Wand, die ursprünglich leer und frei von räumlicher Notation über das zweidimensionale hinaus ist, allmählich imaginäre Orte dahinter frei, die dem realen Raum ähnliche Formationen annehmen. Der Raum dazwischen ist Zentrum einer räumlich-akustischen Komposition die den Rhythmus visueller Veränderung antreibt und die Atmosphäre des Bildraumes in das Reale hinein erweitert.
In der Mitte der Installation befindet sich ein von der Decke herabhängendes Pendel, das als Übergangspunkt zum Imaginären fungiert. Es repräsentiert einen Fixpunkt in Zeit und Raum und obwohl es sich in einer stetigen Bewegung seinen Weg durch den Raum bahnt, sind es eigentlich die Räume um das Pendel herum die sich verschieben, verändern und entwickeln. Indem sie die Richtung und Geschwindigkeit des Pendels verändern, gewinnen die ZuschauerInnen Einfluss auf die sie umgebenden Dimensionen und können diesen Ort zurückdrängen, beschleunigen, verformen oder verlangsamen.
Ö1 Radio Interview – Dreidimensionale Projektionsskulpturen (26.03.2010)
Dass sich Visualisten und Mediendesigner längst nicht mehr auf die zweidimensionale Projektionsfläche einer Leinwand beschränken, zeigt das diesjährige sound:frame Festival. Neue Technologien wie das Mapping ermöglichen die präzise Anpassung von Projektionen an dreidimensionale Körper. Es entstehen dreidimensionale Projektionsskulpturen, die im Raum schweben. Doch nicht nur aufgrund technischer Neuerungen befindet sich die Visualistenszene im Auftrieb. In den 1990er Jahren wurden VJs oft nur als Anhängsel der DJs wahrgenommen. “Heute haben viele von ihnen künstlerisches Selbstbewusstsein gewonnen”, sagt Florian Gruber, Mitglied des Künstlerkollektivs ambientartlab, das bei der Eröffnung eine interaktive Installation in der Künstlerhaus Passage zeigen wird. “Die Arbeit als VJ war sicherlich ein Grund für mich, künstlerisch in eine andere Richtung zu gehen, weil ich mir als VJ gedacht habe: Was ich zeige, bleibt im Hintergrund. Natürlich sehen die Leute Visuals, aber die Rezeption ist sehr passiv. Es rührt aus dieser Erfahrung, dass ich audio-visuelle Installationen machen wollte, die aufmerksamer wahrgenommen werden”, so Gruber.
FALTER Ausgabe 13/2010 – Architektur, zu der sich prima tanzen lässt
Wie ein leuchtendes Pendel hängt die Lampe im Raum, berührt fast den Boden. In ihrer Form erinnert sie an eine überdimensionale Version von Wilhelm Wagenfelds Bauhausklassiker. Oder an Fado, die Kugelleuchte von Ikea. An einer schwarzen Kordel baumelt sie von der Decke, umringt von Menschen, die sie leicht anschubsen und deren Augen durch die Künstlerhaus-Passagegalerie wandern. Allerdings nicht der Lampe folgende, sondern dem abstrakt, rauschenden Elektroniksound, der mit jeder Pendelbewegung des Lichts seine Quelle im Raum verändert. Ähnlich wie die an die Wände projizierten, digitalen Texturen, die den Galerieraum wie eine lebendige Tapete überziehen. Und mit jedem Lampenschwung neue Formen annehmen. Eine 3D-Erfahrung, für die man keine Brille braucht. Ein Werk, das die Quintessenz von sound:frame, dem Wiener Festival für audiovisuelle Kunst, auf den Punkt bringt. [...] (Reportage: Florian Obkircher)
OKTO TV Interview – soundframe Festival 2010 (26.04.2010)
siehe instinkt @ okto.tv
